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Ohrknacker ist die Konzertreihe des Trio Catch im Bürgerhaus Wilhelmsburg. Hier werden Ohren geöffnet, hier erklingen neue Töne, die bisher noch kein Ohr vernommen hat. Ohne Altersbeschränkung, ohne die Notwendigkeit musikalischer Vorkenntnisse. In jedem Konzert wird ein Stück vorgestellt, das speziell für das Trio Catch komponiert wurde. Acht ganz unterschiedliche Werke von ausgewählten Komponisten, die für die Vielfalt der Musik von heute stehen.
Wer zur Ohrknacker kommt, kann das Trio Catch hautnah dabei erleben, wie es ein Werk probt, über verschiedene Möglichkeiten der Interpretation diskutiert, das Stück schließlich einmal ganz vorspielt. Mitdiskutieren, Fragen stellen, Eindrücke schildern ist ausdrücklich erlaubt. Zur Musik gehören immer drei – einer hat sie im Kopf und schreibt sie auf, einer hat sie vor Augen und interpretiert sie, einer hört sie mit den Ohren und reagiert darauf. Mit seinen Ohrknacker-Konzerten bringt das Trio Catch diese drei Aspekte wieder zusammen.
OHRKNACKER NR. 8
am 17. Dezember 2017 um 20 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Zusammen mit der Geigerin Susanne Zapf präsentiert Trio Catch die Uraufführung von "Drei Aquarelle" des Ungarischen Komponisten Márton Illés:

„Die drei Aquarelle für Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier befassen sich (ähnlich wie die anderen Stücke der Werkreihe "Aquarelle")  mit pastellfarbenen, zarten und hellen Klängen, Texturen, "auskomponierten" transparenten Resonanzfeldern und filigranen, virtuosen Liniengeflechten. Dieser feinen Grundfarbe werden jedoch immer wieder Akzente, harsche Gesten und dramatische Ausbrüche entgegen gesetzt. Der hochvirtuose mittlere Satz wird flankiert von zwei tief lyrischen Aquarelllandschaften mit großer Ruhe und doch mit großen verdrängten Spannungen unter der Oberfläche.“

OHRKNACKER NR. 7
am 8. Oktober 2017 um 15 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

THREE SOUND ist ein Musikspiel der Australischen Komponistin Cathy Milliken. EIn Stück mit Sprache, Musik, Leichtem und Ernsthaftem: "Die Probe" und "DIe Aufführung". THREE SOUND wendet sich an Zuhörer unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher musikalischer Vorerfahrung. Das Stück eignet sich für Kinder wie für erwachsenes Publikum und lädt ein zu einer tieferen Bekanntschaft mit der Welt des Musikmachens: mit den Freuden und Herausforderungen, aber auch mdem Witz, der nur Momenten höchster Konzentration und Anspannung entspringt.
OHRKNACKER NR. 6
am 11. Juni 2017 um 20 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Das 2015 vom slowenischen Komponisten Vito Žuraj komponierte Klarinettentrio „Chrysanthemum“ ist im Andenken an Armin Köhler, SWR Redakteur für neue Musik und künstlerischen Leiter der Donaueschinger Musiktage, geschrieben.

"Quiet, please! Sonst bleiben die ersten Klänge des Werks unerhört. Drei Musiker zwitschern auf der Bühne, immer lauter und deutlicher. Ein kurzes Glissando, dann ein Arpeggio, gefolgt von... Quiet, please!! Die Soloaktion eines alten Abonnenten: Wickelt ein Bonbon aus, mit Portamento im hohen Frequenzbereich. Das Stück ist doch für ein Trio komponiert, nicht für Quartett - Quiet, please!!! Allmähliches Crescendo wird wahrnehmbar, rhythmische Struktur wird dichter... Quiet, please!!!! Jemand lässt die Schlüssel zum Boden fallen - sonorer Nachklang. Wie kann man sich denn bei solcher Geräuschvielfalt auf Musik konzentrieren?! Es fehlt nur noch ein weinendes Kind... Quiet, please!!!!!"
OHRKNACKER NR. 5
am 26. März 2017 um 20 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Bei Ohrknacker Nr. 5 wird unser Trio erstmals mit Live-Elektronik erweitert. Es erklingt die Uraufführung von „Street Music“ für Bassklarinette, Violoncello, Klavier und Live-Elektronik des Französischen Komponisten Gilbert Nouno, welcher beim Konzert die elektronische Partie gestalten wird.
„Können wir die Welt verändern? Wir können zumindest die Welt verändern, die wir sehen und hören. Trio Catch wird mit akustischen Territorien, räumlichen Bewegungen und elektronischen Erinnerungen spielen, wo die Zeit Geschichten und Bilder enthüllen könnte, an die wir uns erinnern möchten.“
OHRKNACKER NR. 4
am 11. Dezember um 20 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Für Ohrknacker Nr. 4 hat Trio Catch einen Kompositionsauftrag an den deutschen Komponisten Martin Schüttler vergeben. Das neue Werk "low poly rose" für Klarinette, Cello, Klavier und Kleinlautsprecher wird am 11. Dezember in Anwesenheit des Komponisten uraufgeführt und dem Publikum genauer vorgestellt.
Martin Schüttler zu "low poly rose": "Sauberkeit ist ein gängiger Begriff unter Musikern. „Sauber intoniert“, sagt man da; oder auch: „nicht sauber zusammen“. Vordergründig verweisen solche Ausdrücke auf eine musikalisch notwendige Präzision. Aber es schwingt darin ein biederer Unterton mit, ein Du-Darfst-Nicht – das Ergebnis jahrelanger Erziehungsmaßnahmen. Sauber meint eben auch: berechenbar; diszipliniert; maßvoll. Extase ist hingegen sauber nicht vorstellbar; Schönheit vermutlich auch nicht."
OHRKNACKER NR. 3
am 13. Oktober um 20 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Mit Ohrknacker Nr. 3 möchte Trio Catch dem Hamburger Publikum die 2016 komponierte „Catch Sonata“ des Franzosen Gérard Pesson vorstellen: Ein verspieltes, virtuoses Werk, welches dem Trio buchstäblich auf den Leib geschrieben wurde.
Gérard Pesson über die Catch Sonata: „Diese ‚Sonate‘ – eine Bezeichnung, aus der man vor allem das ursprüngliche Verb ‚suonare‘ heraus hören sollte – besteht aus drei Momenten. Die deutschen Titel dieser drei ‚Momente‘ Fort – Da – Fort beziehen sich auf das Spiel mit einer Holzspule, das Siegmund Freud bei seinem Enkel beobachtet hatte: ‚Fort‘ und ‚Da‘ waren die ersten Worte des Kindes, als es die Spule beständig hin und her bewegte und damit das Kommen und Gehen der Mutter symbolisierte. Das Hin und Her dieser Sonate ist vor allem das Ergebnis eines Klangaustauschs unter den drei Instrumenten: Alles geht vom primitiven, reinen und ‚unschuldigen‘ Klang des präparierten Klaviers aus, in den die Klarinette hineinschlüpft, und das Cello wird seinerseits eine Art Blasinstrument.“
OHRKNACKER NR. 2
am 29. Juni um 20 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Im zweiten Ohrknacker-Konzert widmet sich Trio Catch dem Werk „Intaglio“ der jungen koreanischen Komponistin Eun-Ji Anna Lee, das seine Premiere erst kürzlich bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik erlebte.
Eun-Ji Anna Lee über ihre Musik: „Ich stelle mir die Klänge als ein körperliches Wesen vor. Sie hauchen der geformten Zeit Leben ein. Für mich ähnelt der Arbeitsprozess des Komponierens dem der Bildhauerei. Wie ein formendes Arbeiten mit den Klängen und der Struktur. Mich hat speziell die Intaglio-Technik, also das Gravieren von harten Materialien wie Edelsteinen interessiert. Dabei schneidet man in das Material, quasi in die negative Dimension und erzeugt so das Motiv.“
OHRKNACKER NR. 1
am 17. März um 20 Uhr im Bürgerhaus Wilhelmsburg

Das Eröffnungskonzert von Ohrknacker dreht sich um die poetisch-zarte Musik der jungen Italienerin Clara Iannotta, welche für das Trio Catch das Werk "The people here go mad. They blame the wind." für 12 Spieluhren, Bassklarinette, Violoncello und Klavier komponiert hat. Für die 33-jährige italienische Komponistin Clara Iannotta ist jede neue Komposition immer auch ein Experimentierfeld, um die eigene musikalische Sprache zu präzisieren. Ihren Kompositionen ist eine bestimmte "Theatralität" eigen. Theatralität, die die Körperlichkeit des Klanges, seine innere Bewegtheit, seine Erregungszustände, seine instrumentale Genese aus der Stille heraus meint. Ihre Partituren wirken wie Choreographien, nach denen die Klänge in den Aufführungen von den Instrumentalisten buchstäblich geformt und zum Leben erweckt werden.